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Viele Wege führen nach Rom, ähnlich ist es um den Klimaschutz bestellt. Die Abgeordneten des Europäischen Parlaments (EP) wollen auf vielfältige Weise zur Klimaverbesserung beitragen. Um dies zu erreichen, hat das EP am 17.12.2008 das EU-Klimapaket verabschiedet. Unter anderem beinhaltet es die Reduktion des Ausstoß der Treibhausgase um 20 Prozent, die Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien an der Energieversorgung auf 20 Prozent sowie die Erhöhung der Energieeffizienz um 20 Prozent. Für Neuwagen wurden ambitionierte CO2-Reduktionsziele festgelegt.
Emissionen im Verkehr und in anderen Sektoren reduzieren
Das tägliche Leben ist ohne Heizungen und Klimaanlagen, Verkehr, kleine Industrieanlagen, die Dienstleistungsbranche sowie die Landwirtschaft nicht vorstellbar. Zusammen sind diese Bereiche für etwa 60% der europäischen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Weil die Treibhausgasemissionen der Umwelt schaden, sollen von 2013 bis 2020 die Emissionen im Durchschnitt um 10% reduziert werden.
Hierbei ist auch eine stufenweise Vorgehensweise möglich. Daher können Mitgliedstaaten Zwischenziele von 2% bis 2014 und weiteren 4% bis 2017 festlegen. Die Mitgliedsstaaten müssen eine zusätzliche Reduzierung um 2% anvisieren, die durch einen stärkeren Einsatz von Strom für Fahrzeuge wie PKW, Binnenschiffe und Bagger oder durch neue Technologien zur Einsparung von Treibhausgasen - wie der geologischen Speicherung von Kohlendioxid - erreicht werden kann. Auch muss eine weitere Reduzierung von 2% über Gutschriften angestrebt werden, die für Projekte zur Reduzierung von Emissionen in Entwicklungsländern im Rahmen des "Clean Development Mechanism" der Vereinten Nationen erworben werden können.
Auf diese Weise soll das Gesamtziel der EU erreicht werden, bis zum Jahr 2020 den Ausstoß von Treibhausgasen der EU um 20% zu reduzieren. Die Versteigerung der Emissionszertifikate ist hierbei von entscheidender Bedeutung.
Dritte Phase des Emissionshandelssystems
Die grundsätzliche Idee des Emissionshandels ist, Umweltkosten, die durch Emissionen entstehen, zu "bepreisen". So werden Umweltinvestitionen, die zu CO2-Einsparungen führen, auch wirtschaftlich attraktiver. Stößt ein Unternehmen mehr CO2 aus als es Zertifikate besitzt, muss es entweder in neue Techniken investieren, oder aber Zertifikate von Unternehmen kaufen, die ihre eigenen Zertifikate nicht benötigen. Diese Kosten muss das Unternehmen zusätzlich aufbringen.
Die dritte Phase des europäischen Emissionshandelssystems (ETS) ab 2013 zielt auf eine Verbesserung und Vereinheitlichung sowie auf eine Ausweitung des ETS auf weitere Industriesektoren und Treibhausgase ab. Die Anzahl der Emissionszertifikate wird jährlich sinken, so dass auch die Gesamtemissionen jedes Jahr zurückgehen.
Ab 2013 müssen Stromerzeuger sämtliche Zertifikate ersteigern. Stromerzeuger in den ab 2004 beigetretenen Mitgliedstaaten bekommen allerdings unter gewissen Bedingungen bis zu 70% der Emissionszertifikate kostenfrei zugeteilt; dieser Prozentsatz sinkt bis 2020 auf 0%.
Für das produzierende Gewerbe wird die Versteigerung schrittweise eingeführt: 2013 werden 80% kostenlos zugeteilt; dieser Anteil sinkt bis 2020 auf 30%; im Jahr 2027 werden dann 100% der Zertifikate versteigert. Dadurch erhalten die Betroffenen die Möglichkeit, ihr Umweltmanagement langfristig zu steuern.
50% der Einkünfte aus der Versteigerung von Zertifikaten sollen zum Klimaschutz und zur Anpassung an die unweigerlichen Folgen des Klimawandels genutzt werden. Unter anderem wird das Geld zur Entwicklung erneuerbarer Energieträger, zur Steigerung der Energieeffizienz, zur Vermeidung des Abholzens von Wäldern sowie zur Erleichterung der Anpassung in Entwicklungsländern und zur Regelung sozialer Fragen wie dem möglichen Anstieg der Strompreise in Haushalten mit niedrigem oder mittlerem Einkommen, verwendet.
20 Prozent erneuerbare Energien bis 2020
Eine weitere Aufgabe ist es, den Anteil erneuerbarer Energien in der Stromerzeugung sowie beim Heizen und Kühlen von Gebäuden und im Verkehrssektor in der EU auf insgesamt mindestens 20% im Jahr 2020 zu erhöhen. Deutschland muss bis 2020 seinen Anteil an erneuerbaren Energien auf 18% steigern. Bis 2020 müssen mindestens 10% aller Kraftstoffe im EU-Verkehrssektor aus erneuerbaren Energien gewonnen werden. Dieser Anteil schließt sowohl Biokraftstoffe der ersten und zweiten Generation als auch Wasserstoff und Strom, der aus erneuerbaren Quellen gewonnen wird, ein.
CO2-Emissionen von Neuwagen: 130g CO2/km im Jahr 2015
Das Autofahren soll in Zukunft umweltfreundlicher werden. Ziel ist ein durchschnittlicher CO2-Ausstoß von 120 Gramm CO2 pro Kilometer für Neuwagen. Derzeit liegt der durchschnittliche CO2-Ausstoß neuer PKW in der EU bei knapp 160 Gramm pro Kilometer.
130 Gramm pro Kilometer müssen durch Verbesserungen in der Motorentechnologie erreicht werden, wobei die Herstellerfirmen sich eine Einsparung von sieben Gramm durch sogenannte "Ökoinnovationen", etwa Solardächer auf ihren Fabriken, anrechnen lassen können. Die Entwicklung besserer Reifen oder die Nutzung von Biokraftstoffen dienen der Reduktion um weitere 10 Gramm pro Kilometer.
Hier sind der Autoindustrie Zwischenziele zur besseren Erfolgskontrolle vorgegeben. 2012 müssen 65% der Neuwagen eines Herstellers den Durchschnitts-Grenzwert von 130 Gramm CO2 pro Kilometer für Neuwagen erreichen. 2013 sollen es 75% sein und 2014 dann 80%. 2015 sollen 100% erreicht sein. Bei Zuwiderhandlung werden Geldbußen fällig.
CO2 auffangen und unterirdisch lagern
Kraftwerke und Industrieanlagen müssen auch ihren Beitrag leisten. Mittels der so genannten CO2-Sequestrierung können zukünftig Kohlenstoffdioxid (CO2) aufgefangen und permanent unterirdisch gelagert werden, statt es in die Atmosphäre abzugeben. Dadurch sollen negative Auswirkungen und Risiken für die Umwelt und die menschliche Gesundheit vermieden werden. Aus den Erlösen des Emissionshandels sollen 12 Demonstrationsprojekte finanziert werden.
Dass der Klimawandel einen hohen Stellenwert für Europa hat, zeigt unter anderem, dass Kommissar Dimas am 01.04.2009 das so genannte Weißbuch gegen die Folgen des Klimawandels vorgestellt hat.
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